Hier zunächst der erste Post von mir zum Thema - ohne den könnte das was jetzt kommt etwas unzusammenhangslos wirken ⁉️

Heute berichte ich einfach mal, wie es mir mit den einzelnen Elementen die ich ausprobiert habe so gegangen ist. Da es doch was mehr Text ist, hat es jetzt auch länger gedauert als ich mir eigentlich vorgenommen hatte.

Ich möchte an dieser Stelle gerne darauf hinweisen, dass ich hier meine ganz persönliche Meinung wieder gebe und nur weil ich etwas nicht mag, mir das nicht vorstellen oder was auch immer kann, heißt das nicht das ich Menschen die das tun/können irgendwie "blöde" finde. Denkt und macht bitte jeder was/wie er/sie meint (solange dadurch sonst niemand zu Schaden kommt)

Räuchern
Ist und bleibt nicht meins (Rauchgeruch finde ich eklig). Ausprobiert habe ich es dennoch. Mit Räucherkegeln. Da braucht man kein Zubehör für. Nach 5 min ist er auf die Terrasse gewandert. Gut, dass ich mir eh schon was ausgesucht hatte, wo man nicht ständig räuchern soll. Eine Hausreinigung wollte ich dennoch machen. Dafür habe ich mir dann Alternativen gesucht (siehe weiter unten).

Journal
Tatsächlich gibt es ein begleitendes Journal zum Buch, welches ich persönlich sehr hilfreich fand. Dort sind neben den täglichen Morgenseiten (kennt ihr sicher?) auch viele Reflexionsfragen beinhaltet. Freies Schreiben (ggf. mit einem Impuls/einer Frage) bringt mir persönlich sehr viel. Wenn ich meine Gedanken ungefiltert rauslasse, dann kommt da durchaus auch nützlicher Kram raus. Das war mir aber vorher bereits bewusst und ich habe es regelmäßig genutzt. Eine andere Art des Fragens, das "inner tracking" war dagegen nicht meins. Da wusste ich nie was ich hinschreiben soll 😄

Sitzplatz
Nicht wirklich ein Raunachtsding, aber in Bezug auf das Naturthema hier sehr passend. Ein Sitzplatz ist ein Ort in der Natur an dem man... sitzt. Und das war es dann auch schon. Ja, hört sich pillepalle an, aber eine längere Zeit einfach nur zu sitzen ohne etwas anderes zu tun hat (für mich) 1. den Effekt das ich das was um mich herum passiert wirklich wahrnehme und 2. das was in mir passiert ebenfalls.
Ich hatte erst an einen geschützten Sitzplatz gedacht. Bei uns gibt es einen renaturierten Bach mit so erhöhten Sitzmuscheln. Wasser finde ich immer toll. Ich war vorab dort um es mir anzusehen. Ne, das entsprach mir gar nicht. Ich habe mich dort gar nicht wohl und eher abgeschottet gefühlt. Außerdem war mir nicht ganz geheuer was in diesen Muscheln ggf. sonst noch so passiert (dreckig waren sie allemal).

Meinen Sitzplatz fand ich dann in meinem Lieblingsstück Wald. Den mag/mochte ich, weil er so "wild" ist und in Ruhe gelassen wird. Was ich bisher als wild und natürlich erlebt habe, erlebte ich beim sitzen sehr schnell als krank und kaputt. Das hat nicht unbedingt positive Gefühle geweckt. Aber je länger ich saß, desto mehr Leben nahm ich auch wahr. Winter ist da vielleicht nicht die beste Jahreszeit für, aber es ist da! Winter ist auch nicht die beste Jahreszeit um längere Zeit irgendwo still draußen herumzusitzen. Warm einpacken hilft, aber -5 Grad sind und bleiben -5 Grad.

Lebenslinie
Ich glaube, viele Menschen die sich auch mit den Raunächten beschäftigen, kennen auch die Sperrnächte? Soweit ich weiß, wird hier das alte Jahr reflektiert (jeden Tag 1 Monat?). Ich habe mich zu Beginn der Raunächte damit beschäftigt und meine Lebenslinie für das Jahr aufgemalt. Mit allen wichtigen Ereignissen. Den Guten und den Schlechten. Hier haben sich dann auch der Schatz und der Schmerz des Jahres gezeigt.

Naturgang allgemein
Ein Naturgang ist kein Spaziergang, sondern eigentlich eher eine Wahrnehmungsübung. Man begibt sich in die Natur und schaut was einem dort begegnet und wo es einen hinzieht. Man schaut, fühlt, riecht, hört ganz genau hin. Ruhig. Bewusst. Je nachdem bewegt man sich dann vielleicht auch nur wenige Meter. Sinnvoll ist es natürlich man ist irgendwo, wo man sich auch frei bewegen kann/darf.

Naturgang 1
Mein erster Naturgang hatte das Thema "Schmerz und Schatz des Jahres". Gedacht als ein Impuls. Was sich draus entwickeln wollte durfte sich entwickeln. Wobei jeweils ein Symbol gefunden werden "sollte". Bei mir waren das ein Stück Moos und ein Stück Rinde von einem toten Baum. Ich fand den Naturgang richtig toll und habe viele interessante Dinge gesehen und auch gedacht. Unter anderem habe ich lange Zeit einen Buntspecht beobachtet (und den später noch im Natur-Journal gezeichnet und etwas recherchiert) und einen Rehbock habe ich auch gesehen.

Feuerritual
Hier habe ich aufgeschrieben was aus dem vergangenen Jahr gehen darf. Angedacht war es, den Zettel und die beiden Mitbringsel aus dem Wald gemeinsam zu verbrennen, damit sich sich in dem Sinne transformieren können und gehen dürfen. Die Idee fand ich eigentlich ganz nett. Aber "sag" mal Sachen aus dem Wald die man im Winter einen Tag vorher gesammelt hat, dass sie jetzt bitte zu brennen haben. Haha. Transformiert haben sie sich aber immerhin.

Dank an die Natur
Fand ich eine schöne Idee und kann man glaube ich öfter mal machen. Mein Dank waren Apfelschnitze, Sonnenblumenkerne und Mehlwürmer die ich großzügig an meinem Sitztag verteilt habe.

Der leere Tag
Man nimm sich einen halben (besser einen ganzen) Tag raus und verbringt nur Zeit mir sich. Kein Handy, keine Serien etc. Auch keine normalen Alltagsbeschäftigungen. Meditieren, malen, schreiben, Yoga, kreativ sein, seinen Gedanken nachhängen. Tut super gut!

"In die Dunkelheit"
In der Theorie setzt man sich in der Dämmerung an seinen Sitzplatz und bleibt da, bis es stockfinster ist. Dann macht man seine Kerze an. In der Praxis dauert Dämmerung 2 Stunden, es ist A....kalt und im dunklen ab vom Weg im Wald? Muss nicht. Bei mir überwog aber vor allem das Thema Zeit mit Kombination kalt (und vielleicht auch "pipi"). Ein alternativer Vorschlag war hier aber auch sich irgendwo anders hin zu setzen. Und sei es nur in einen Raum ohne Licht vor ein Fenster. Das habe ich dann getan und da dann erst realisiert wie lange es dauert bis es dunkel wird. Vor allem, wenn man Richtung Westen (über die Dächer) schaut. Hui. Aber auch da gab es viel zu sehen und zu "erfahren". Wann die Vögel aufhören zu singen. Wann man sie nicht mehr sieht. Wie eine Wolke vorm eigenen Fenster entsteht. Wie Kondensstreifen sich unterschiedlich verhalten ... irgendwann dann auch die ersten Sterne und eine Sternschnuppe.

Orakeln
Ich habe es ausprobiert und letztendlich ist das mit den Tarotkarten wohl so wie bei Horoskopen. Irgendwie passt es immer. Ob man das jetzt als "so ist das dann" sieht oder einfach mal als Denkanregung, das ist ja jedem selbst überlassen. Ich habe drei Karten gezogen. Die Erste soll für die Ausrichtung stehen. Für das, worum es nächste Jahr geht. Die zweite Karte soll verraten was helfen kann und die Dritte darauf hinweisen, worum es im nächsten Jahr geht.

Ganz grob gesagt soll es bei meinen Karten um gegenseitige Unterstützung und Wachstum gehen. Darum, dass auch Schwierigkeiten nützlich sind um sich zu entwickeln. Das es gut ist, für die Unterstützung von anderen offen zu bleiben und Ängste einen nicht abhalten sollten seinen Weg zu gehen. Könnte ich da jetzt abstreiten, dass das nicht vielleicht nächstes Jahr oder generell passen würde? Nö! Ob das vielleicht auch auf alle anderen Menschen passen könnte? Könnte sein. Aber solche Themen im Blick zu haben ist ja jetzt nun wirklich nicht verkehrt.

Das Ritual der 13 Wünsche
Ich glaube, das ist "der Klassiker" neben dem Räuchern? Man schreibt 13 Wünsche auf, verbrennt 12 davon und um den Letzten darf man sich dann im nächsten Jahr (selber) kümmern. Dass das Universum sich um den Rest kümmert... ja. Nein. Ich weiß ja nicht. Es aber dem Zufall (so meine Sicht) zu überlassen was überbleibt und wo ich mich das Jahr drauf konzentriere, den Gedanken fand ich durchaus interessant. Und so sollte es dann geschehen. Ich habe hier allerdings nicht jeden Tag einen Zettel verbrannt, sondern alle auf einmal. Und das war gar nicht mal so einfach. Drinnen wollte ich nicht "weil stinkt" und draußen war es an dem Tag irgendwie auch nicht ideal. Egal. Sie wurden verbrannt. Wie ich das beim nächsten Mal machen würde muss ich mir mal noch überlegen.

Naturgang 2 "zum neuen Jahr"
Man sollte über "die Schwelle" (dazu unten nochmal was) gehen und sehen was passiert. Diesmal war ich nochmal in dem kleinen Park mit dem renaturierten Bachlauf und was soll ich sagen... ich habe mich schwer Schockverliebt. Keine Ahnung was da plötzlich passiert ist, aber vermutlich war es das bewusste Hinsehen und wahrnehmen. Ich denke, dieser Ort wird jetzt öfter hier im Blog auftauchen.

Satz für das neue Jahr
Nach dem zweiten Naturgang war angedacht zu schreiben. Einfach das, was so dazu rauskommt. Dann sollte man ca. 7 Wörter die einem "ins Auge fallen" markieren und dann mit denen rumspielen, bis sich daraus ein Satz bildet. Ich weiß es nicht, aber selbst mit dem Satz der es am Ende geworden ist kann ich mich nicht gut verbinden. Mal sehen.

Die Vision für 2026
Visionboards kennt man, oder? 😄

Hausreinigung
Ich habe mich ein wenig mit Alternativen beschäftigt und tatsächlich auch "weitestgehend Rauchfreie" Raucherstäbchen zur Verfügung gestellt bekommen, bin dann aber doch beim Thema "Klang" gelandet. Da hatte ich das Glück mir eine Klangschale ausleihen zu können. Das hat mir an sich gut gefallen, aber so richtig war das dann eben doch nicht meins.

Die Kerze
So eine Kerze macht ja eigentlich immer eine sehr schöne Atmosphäre und ist glaube ich ein ganz guter Begleiter für Rituale. Ich habe sich aber eigentlich ständig vergessen. Dabei hatte ich sogar eine mit einer besonderen Bedeutung (dazu mal mehr im Artikel den ich noch zu einem besonderen Tag im Kloster Heisterbach schreiben mag).

Schwellenritual(e)
Kann ich von der Idee her nachvollziehen, sind aber irgendwie nicht meins. Zumindest mir Schwellen selber zu basteln nicht. Was ich aber definitiv sinnvoll finde ist vor einen Naturgang etc. einmal kurz bewusst inne zu halten und "den ersten Schritt zu tun".

Fazit
Kurz: Finde ich gut, mache ich wieder!
Etwas länger: Ich fand es schön, mir bewusst Zeit für mich zu nehmen. Ohne Urlaub fände ich das aber glaube ich in dem Maße eher schwierig (wenn man "nur" einen Wunsch verbrennt und etwas räuchert ist der Zeitrahmen denke ich ein Anderer). Je nachdem, war ich auch mal 2-3 Stunden am Tag damit beschäftigt. Nicht immer am Stück, aber eben dennoch. Da muss man/ich Zeit für haben. Das ist nichts für "mal eben". Ich gehe davon aus, dass ich das dieses Jahr wieder machen werde. Nicht alles davon, aber gerade die Verbindung zur Natur, das Schreiben, die Reflexion des Vergangenen und die Neuausrichtung haben mir gut gefallen. Ich habe mir bewusst Zeit genommen hinzusehen und neugierig zu sein. Der Wunsch meine Verbindung zur Natur zu stärken ist auf jeden Fall in Erfüllung gegangen. Und einige Dinge über mich gelernt habe ich auch.


Hinweis: Sollte der Eindruck entstehen, dass ich für etwas Werbung mache, dann möchte ich versichern keinerlei Vergütung oder Auftrag erhalten zu haben. Bei allem was ich hier zeige und schreibe handelt es sich rein um meine eigene Intention und Meinung.