Ich hatte hier ja geschrieben, dass ich nicht unbedingt gerade begeistert von der Gartensituation bin. Das hat sich inzwischen ein wenig geändert. Ich war nämlich bei einem Infoabend zur ökologischen Gartengestaltung. Und zwar draußen. Bei uns im Naturschutzzentrum. Da konnte man sich verschiedene Projekte sehr nah ansehen und erklären lassen. Es ging viel um Insekten, aber auch um Vögel, Wassertiere und Fledermäuse. Neben Lebensräumen (wir müssen alle mehr Haufen machen!) auch um heimische Pflanzen, die auch wirklich einen Nutzen für die Tierwelt bringen. Ganz Vieles tut das anscheinend nämlich nicht. Jetzt gerade zum Beispiel die Forsythie. Habe ich auch im Garten. Ist aber ein Mittelmeergewächs und bietet den Insekten Öltröpfchen an. Da können unsere aber gar nichts mit anfangen. Bleiben darf sie dennoch. Sie ist nämlich hübsch - man darf natürlich auch Pflanzen/Sachen im Garten die "einfach nur hübsch" sind. 😄
Super war, dass wie jede Menge Material mit Gartenprojekten mitbekommen haben.

Ich dachte, ich teile einfach mal ein bisschen was ich gelernt habe und was ich vor Ort gerne umsetzen würde. Mein Kopf ist auf jeden Fall jetzt voller Ideen.
Pflanzen
Zunächst einmal: Was sind den nun heimische Gehölze, die unseren Tieren was bringen?

Außerdem wurde noch sehr konkret die Kornelkirsche benannt, die wohl auch schon unheimlich früh blüht. Bei uns war sie dieses Jahr Mitte März quasi schon durch.
Die heimische Felsenbirne soll wohl auch super sein, aber die kriegt man wohl nur ganz schwierig.

Generell scheint es mitunter schwer zu sein an die Pflanzen zu kommen. Ich werde sehen "was geht".
Man kann aus diesen Gehölzen zum Beispiel auch Hecken pflanzen, wobei Hecke hier meint, dass das ganze ruhig seine 2 Meter Tiefe haben kann und man nicht ständig dran rumschnippelt. Alle paar Jahr mal vereinzelt was "auf Stock setzen" (nicht alles gleichzeitig) und ansonsten eher wachsen lassen.

Generell zum Thema Stauden usw. die unseren Insekten was bringen, findet man zum Beispiel hier beim NABU eine Liste. Wobei auch "einheimische Pflanzen" durchaus gut sein können. Da sind nur unsere Tierchen nicht drauf spezialisiert. Gefüllte Blüten sind aber wohl immer "schlecht" (für Insekten). Was ja nicht heißt, das man sie nicht pflanzen soll wenn man sie schön findet 😄

Unterkünfte für Wildbienen
Wohl ein kleiner Teil der Arten geht wohl an unsere herkömmlichen Nisthilfen (wo dann zusätzlich anscheinend noch viel Mist angeboten wird). Viele Arten gehen nämlich zum Beispiel in die Erde. Da kann man dann ein Sandarium anbieten. Das muss nicht so aussehen wie auf dem Bild unten, aber eine freie, sonne Fläche mit einem Gemisch aus Sand und Lehm ist sehr gut für diese Bienen. Es darf halt weder zu rieselig, noch zu fest sein (man muss mit dem Finger "dran kratzen" können. Regenschutz brauchen sie keinen. Sie machen ihre Löcher wohl selber dicht.

Generell ist es wohl gut, Tieren irgendwo etwas feuchten Lehm anzubieten, den sie dann verbauen können.
Einige Arten bevorzugen auch "senkrechte Löcher". Da kann man zum Beispiel hohle Stängel (oder solche die dieses weiche Mark drin haben) irgendwo anbinden/rein sstecken (bevorzugt einzeln).
Haufen
Haufen sind toll. Viele Haufen sind besser. Steinhaufen, Totholzhaufen, Reisighaufen oder auch geschichtete Ziegel oder Steine die fürs bauen verwendet werden. Laub im Herbst natürlich auch. Das dann auch ruhig so lange liegen lassen, bis alle wieder wach sind.
Manche Arten mögen übrigens halb eingebuddeltes Totholz total gerne. Man kann auch einen Käferkeller bauen.



Wasser
Ist wichtig für die Tiere. Klar, oder? Dabei muss es nicht immer ein Teich sein. Auch bepflanzte Zinkwannen bringen einen Nutzen oder einfach nur flache Untersetzer mir Steinen und Moos drin. Die Tierchen müssen ja auch landen und sich im Zweifelsfall retten können.

Spannend fand ich vor allem das Sumpfbeet. Das war gar nicht tief. In der Mitte vielleicht 30 cm. Und das kann wohl auch ruhig mal austrocknen. Fände ich toll so was zu haben, nur vielleicht nicht direkt an der Terrasse (wegen der Mücken). Ein andere Stelle fällt mir allerdings spontan nicht ein.
Vögel, Fledermäuse & Co.
Waren am Rande Thema. Wir hatten aber auch nur 1,5 Stunden Zeit. Verschiedene Nisthilfen, wie sie ausgerichtet werden sollten etc. Generell wurde aber gesagt, was für die Insekten gut ist, ist auch normalerweise für die anderen Tiere gut - die sich ja in der Regel auch von den Insekten ernähren. Und generell sollte man...
... mehr "Nichts tun"
Eine prima Sache für die Tiere. Einfach nichts tun. Vielleicht nicht unbedingt im ganzen Garten, aber wenn man so Ecken hat die man ganz in Ruhe lässt ist das wirklich prima für die Tiere.
Gartenprojekt(e)
Was ich da nun vor habe, werde ich beim nächsten mal berichten. Es ist ja doch was mehr Text geworden. Außerdem möchte ich gerne noch eine Übersichtszeichnung erstellen. Unser Garten ist sonst schwer zu erfassen. Wie es sich dann am Ende umsetzen lässt und wie lange das dauert werde ich sehen. Nicht alles wird dieses Jahr klappen. Es gibt ja bestimmte Zeitfenster für bestimmte Arbeiten und ich bin auch durch unterschiedliche Faktoren eingeschränkt, was das Thema Gartenarbeit angeht. Aber das ist eben auch der Grund, wieso der Garten in Zukunft eine andere Funktion bekommen und an vielen Stellen "einfach mal machen" soll.
Hinweis: Sollte der Eindruck entstehen, dass ich für etwas Werbung mache, dann möchte ich versichern keinerlei Vergütung oder Auftrag erhalten zu haben. Bei allem was ich hier zeige und schreibe handelt es sich rein um meine eigene Intention und Meinung.
Member discussion: