Hier nun der dritte Teil meines Lebens-ABCs, welches ich selbst zuerst über Sari kennengelernt habe. Ursprünglich kommt es aber von Sven. Ich mag, dass bei den Buchstaben unterschiedliche Sachen bei den Leuten rauskommen.
In meinem Kopf ist Chaos. Da war glaube ich schon immer so. So viele Gedanken und Ideen und so wenig Kapazität mich an alles zu erinnern. Ja, mein Erinnerungsvermögen ist wirklich sehr, sehr schlecht. Das erlebe ich immer wieder im Gespräch mit meinem Mann. Der erinnert sich gefühlt an alles. Ich nicht. Da hilft nur aufschreiben. Ich muss ständig alles aufschreiben. Dinge, an die ich mich erinnern und die ich erledigen will. Vieles landet in einer ToDo-App bzw. auf der Arbeit schreibe ich es ins Mailprogramm. Da gibt es ja einen "Aufgabenteil". Der ist immer mit auf. In diesen Listen, da stehen auch banale Dinge drin. So schlimm, dass da "Zähne putzen" steht ist es noch nicht. Nein. Aber "Pflanzen giessen" steht sehr wohl drin. Das mache ich IMMER Samstags. Ich würde aber nicht drauf wetten, das ich von alleine dran denke. Oder jetzt im Winter erinnere ich mich dran jeden Tag die Wettervorhersage zu checken. Weil das Pony ja seit 2 Jahren Decke im Winter tragen muss. Und die muss man gefühlt "ständig" wechseln und dann muss ich das ggf. auch mal machen, wenn gar nicht geplant war an den Stall zu fahren oder wen fragen oder aufschreiben das die Stallbesitzerin es macht. Oft sind Gedanken in der einen Sekunde da und dann wieder weg. Du musst ja noch... ja... was muss ich? Da hilft sofort aufschreiben. Entweder in der NotizApp des Handys oder auf der Arbeit meist auf einen Zettel. Zettel sind eh so ein Ding. Manchmal hilft auch die App/Liste nicht. Dann muss irgendwo an einem markanten Punkt ein Zettel liegen. Gerne auf dem Schreibtisch (da liegt Nachts mein Handy) oder neben der Zahnbürste oder auf der Bank in der Diele. Da liegt meine Arbeitstasche. Oder in der Küche. Bei den Tabletten. Sowas. Das sind Punkte, da sehe ich es auf jeden Fall.

Gegen Chaos im innen hilft auf jeden Fall auch Ordnung im aussen. Keine Ahnung ob das bereits dem inneren Chaos geschuldet ist, aber als Kind habe ich die Zimmer anderer Kinder aufgeräumt (mein Zimmer allerdings...). Aufräumen hilft, ist aber auch anstrengend. Es frisst Ernergie. Inzwischen ergebe ich mich oft dem äußeren Chaos. Je gestresster ich bin, desto chaotischer wird es um mich herum. Dann lasse ich alles stehen und liegen oder räume Sachen nur halb weg. Lege sie zum Beispiel auf die Treppe, weil sie nach oben müssen. Und dann laufe ich 10x dran vorbei. Oder Sachen die ins Bad sollen landen da auf der Fensterbank statt im Schrank. Inzwischen haben wir "leider" auch ein viel zu grosses Haus mit viel zu vielen Sachen. Ja, man wird eben auch älter und irgendwann war der Punkt überschritten das im Griff zu behalten. Jetzt versuche ich das Stückchenweise und verzweifle immer mal wieder an der Fülle.
Im Büro auf der Arbeit ist das einfacher. Da habe ich meine paar Quadratmeter, einen Schrank, zwei Schreibtische, einen Besprechungstusch, einen Rollcontainer, eine Magnettafel und meinen Flyerständer. So grob gesagt. Da halte ich Ordnung und gehe ständig dies und das durch ob ich es noch brauche. Bei begrenzten Platz muss man mit diesem auch entsprechend haushalten. Und mein Büro ist nicht nur ein Büro, sondern eben auch eine Beratungsstelle. Da habe ich schon auch den Anspruch, dass die Klienten nicht denken sie seien "wer weiss wo" gelandet. Aber selbst meine Mails, Dateien und Aktenordner gehe ich regelmäßig durch. Zu Hause dagegen... da regiert inzwischen das Chaos.
So richtig ausmisten müsste "man" mal. Aber was "man" so alles müsste... und woher die Zeit und Energie nehmen. Also bleibt es weiter bei "ich mache (fast) jeden Tag ein bisschen was". Schadensbegrenzung sozusagen. Aber hey, seit Januar führe ich Buch darüber was ich ausmiste und tatsächlich darf ich hier für dieses Jahr bereits 243 Dinge vermelden. Das ist doch was! :)
Hier findet ihr die anderen Artikel aus meinem Lebens-ABC.
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